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Artikel uber das Jazz & Blues


Rio

Rio

Bossa Nova und Jazz? Hatten wir das nicht schon mal? Stan Getz hat uns in den 60er-Jahren umfassend und abschliessend gezeigt, wie man's macht. Das kann man nicht toppen. Wenn ich als Beispiel nur mal den Song "So danco samba" nehme. Till Brönner gibt sich ja die allergrösste Mühe, sogar sein Portugiesisch klingt ziemlich echt, wenn ich dann aber Joao Gilberto und Stan Getz zum Vergleich anhöre, liegen da Welten dazwischen. Joao Gilberto klingt nach 45 Jahren frischer und authentischer als Brönner auf seiner neuen "pressfrischen" CD Rio. Zudem ist die Trompete als Gegenpart zum Gesang nicht ideal; da passt halt das Tenor-Sax viel besser. Schade! Vielleicht versucht der gute Till Brönner ja mal ganz einfach er selbst zu sein und nicht irgendjemanden zu kopieren; da kann er nur verlieren. Schade um die verpasste Chance.


Swinging Christmas (Jazz Club)

Swinging Christmas (Jazz Club)

Für diese empfehlenswerte CD hat das Verve-Label die meiner Meinung nach besten Weihnachtstitel seiner Stars zusammengestellt. Bei so viel swingender Weihnachtsstimmung bleibt bei uns in der Familie zumindest seit ein paar Tagen kein Auge mehr trocken! Es ist wie beim bunten Teller: die Mischung macht's! Ich finde den Mix aus Gesangstiteln und Jazz-Instrumentals 100%ig gelungen (und verstehe nicht, was der vorangehende Rezensent zu beanstanden hat, die Abwechslung ist hier top!). Wünsche allen ein frohes Fest!


Smooth Jazz Christmas (Jazz Club)

Smooth Jazz Christmas (Jazz Club)

Wirklich gelungen diese Weihnachts-CD aber nichts für die traute Familie.
Eher für eine Einsame Stunde im Advent. Die Stücke weichen doch sehr vom allseits bekannten ab. Das alleine ist aber nicht der Grund für den einen fehlenden Stern, im Gegenteil das macht die CD interessanter.

Nein, den Stern habe ich abgezogen da mir zwei Stücke nicht gefallen weil sich die Bässe zu stark aufdrängen. Un damit kommt das Album hier Jazz For Lovers (Jazz Club) nicht ganz ran (ist aber auch selten dass man ein so gutes Album zu dem Preis bekommt). Das mag bei anderen Hörern aber wieder ganz anders sein, deshalb verzichte ich hier mal auf die Nennung der Titel aber auch dieses Album ist eine....

....klare Kaufempfehlung!

Gruß, Lieve Jong


Dream a Little Dream

Dream a Little Dream

Helen Schneider? Ich bin ein Fan der ersten Stunde, besitze all ihre CD & Vinyls, und habe ihre Karriere immer sehr genau verfolgt. Ich habe sie zig Mal life erlebt: ganz am Anfang mit ihren sanften, aber intensiven Popballaden, dann als Rock'n Roll Gypsy, - und später als fantastische, gereifte Interpretin von Weill-Songs und den großen Musicalmelodien von Webber, Arlen, Porter und zig anderen. Ein Abend in der Kölner Philharmonie mit Steven Sondheim und Harold Arlen Songs kann ich nur als g r a n d i o s bezeichnen!

Jetzt liegt ihr neuestes Album vor. "Dream A Little Dream" hat das schönste Design all ihrer CDs, beinhaltet aber zur großen Enttäuschung und in meiner rigoros persönlichen Beurteilung ihren bisher schlechtesten Gesang, den sie jemals auf einem Tonträger hinterlassen hat.

Die große, fazettenreiche Stimme der Helen Schneider wird auf dieser CD bei jedem Lied zum belanglosen Stimmchen. Musik und Gesang klingt wie austauschbare Barmusik, die man überall hören kann.

Wenn jemand vom Kaliber der Schneider sein großes Stimmmaterial eine ganze CD hindurch so drosselt, dann "spielt" er eine Rolle, die nicht stimmt - die sozusagen "falsch" ist....Diese Rolle ( oder Interpreation) ist falsch für die Musik,und auch falsch für Helen Schneider. Oder es ist etwas ANDERES " gewollt".
Helen Schneider und Produzent Till Brönner WOLLTEN ETWAS ANDERES ! Sie waren wohl vom dem unbedingten Willen durchdrungen, dass sich Schneiders Interpretationen dieser großen Jazzstandards von den zahlreichen, weltberühmten Versionen unterscheiden müssen. Das ist ihnen zweifelsohne gelungen. Das Ergebnis ist schlecht und klingt "gewollt" und bei manchen Titeln fast schon traurig-skurril.

Einen besseren Song als z. B. George Gershwins "The Man I Love" kann sich kein Sänger wünschen. Bei Helen Schneider misslingt dieses Stück durch permanent aufgesetztes Gehauche, und oftmals auch affektierte Betonung des Textes in voller Länge. Eine in diese Richtung gezielte Tontechnik trägt mit dazu bei, dass Frau Schneider mitunter wie eine Asthmatikerin klingt, - geht alles mit entsprechend eingestelltem Mikro und den Reglern am Mischpult.......

(Bei ihrem letzten Liveauftritt im Sommer dieses Jahres trug sie einige Songs der neuen CD vor, aber Effekte dieser Art waren nicht zu hören, obgleich sie wesentlich reduzierter sang als gewohnt ).

Gerne endet Helen Schneider auf dieser CD die Lyrics abrupt, lässt die letzten Silben nicht ausfließen, oder melodisch nachklingen. Mit diesem Stilmittel gerät ihr Singen in die Nähe von Sprechgesang und die Melodie wird ihrer Schönheit beraubt. Mag sein, dass Andere diese Art Reduzierung als eine etwas spröde Bereicherung empfinden. Ich nicht.

Die Belanglosigkeit ihrer Interpretation von Dream a little Dream of Me, kann nicht übertroffen werden. Schneiders Höhen klingen bedenklich unsicher bis mickrig, weil sie ihre Stimme falsch einsetzt, (abgedrosselt). Dazu kommen einfaltslose, stereotype Arrangements, - von den Musikern zwar gut gespielt aber sie bieten nicht die Spur von Eleganz, oder Raffinesse. Im Gegenteil: oftmals wirken sie ausgesprochen bieder bis plump und hören sich dann an wie eine Mischung von simpler Barmusik und Kaffehausgeklimper. Sie beinhalten keine Jazzinspiration.

Auf einzelne Titel mehr einzugehen macht bei dieser CD keinen Sinn - alle Songs sind sich in Helen Schneiders unzulänglich - eigenwilliger Interpretation ähnlich wie ein Ei dem anderen. So wie ein Song endet, so fängt der nächste an, was Klang und Ausdruck ihrer Stimme betrifft. Es endet mit Gehauche, und fängt wieder an mit Gehauche. Und mittendrin auch Hauchgesang.

Das ist weder sinnlich noch lasziv, sondern albern und langweilig. Ich kenne kaum eine andere CD, die mich so wütend macht. In keinem Lied lässt sich mal eine Steigerung ausmachen, Schneider singt alles eindimensional und in einer gleichmäßig herabgestuften Lautstärke. Es klingt, als habe der Tontechniker gesagt: ". Hi Helen, siehst du, wie die Nadel jetzt gerade ausschlägt? Bis hier darfst du singen nicht kräftiger oder lauter!"

Ich werde den Verdacht nicht los: Till Brönner, Musiker, Produzent dieser CD und rein stimmlich ein sehr kleiner Sänger, suchte hier in Helen Schneider sein gesangliches Pendant.

Es ist kaum zu verstehen, dass eine erfahrene und großartige Sängerin wie Helen Schneider sich auf ein solches Konzept einlässt: denn zufällig ist hier nichts ! Wie auf dieser CD hervorragende Songs auf professionelle Weise verflacht werden, hat Methode. Irgendwer hat ihr wohl ins Ohr geflüstert: Nimm dich zurück Helen - sing nett, charmant. und leiser,... dann verkaufst du mehr CDs als mit deinem intensiven kunst-und kraftvollem Gesang.

Aber etwas hat sich Frau Schneider letzten Endes doch gedacht, als sie von "Dream A Little Dream" ( spaßeshalber?) von ihrem "Flüsteralbum" sprach.

Noch am ehesten gelungen: In My Solitude.
Schlechteste Interpretation: The Man I Love.
Für die außerordentlich edle Verpackung der CD gibt es einen Stern



The Christmas Album

The Christmas Album

Mein Lieber Till,


Du hast Dir gewünscht, mit dieser Platte einen Weihnachts-Klassiker zu machen. Du hast es geschafft!! Dir sind ein paar wunderschöne Interpretationen und einige neue Stücke gelungen, die Geschichte schreiben werden - jedes Jahr auf Neue! Glückwunsch!


Leucocyte

Leucocyte

Nachdem ich bereits einige CDs von E.S.T. (z.B. Strange place for snow, Seven days of falling, Viaticum) gehört habe und die Band auch bereits zweimal live erleben durfte, war ich sehr bestürzt, von tragischen frühen Tod des Pianisten Esbjörn Svensson aus der Zeitung zu erfahren. Vor diesem Hintergrund stellt das Album Leucocyte wirklich so etwas wie eine düstere Vorahnung dieses Tauchunfalls und damit auch ein Vermächtnis dar. Um dies zu erfahren und ganz in den Strom der Musik eintauchen zu können, sollte man die CD laut hören und sich ganz darauf konzentrieren. Nur wenige Passagen erinnern noch an die melodiösen Klavieläufe Esbjörns der vergangenen Alben und wirken dort, wo sie noch vorkommen, eher wie Zitate aus alten Zeiten. Die Musiker wollten das alte zumindest auf Leucocyte hinter sich lassen, etwas ganz neues wagen. Die Instrumente wirken extrem übersteuert und verfremdet, zum Teil so, als wären sie in ein dichtes Medium wie Watte oder auch Wasser eingebettet. Alles kulminiert dann am Ende in der 28 Minuten dauernden Suite "Leucocyte" . Hier scheint Esbjörns Klavierspel im Wasser zu ertrinken: mühsam wird das einfache (hilflos und unschuldig wirkende) Motiv immer aufs neue wiederholt, ohne dass es eine Aussicht auf Rettung gibt (interessanterweise klingt dieses Motiv bereits auf der Vorgänger-CD Viaticum an). Gerade diese Passage der CD ist sehr berührend, da hier die Ausweglosigkeit gegenüber dem drohenden Untergang sofort klar wird, dennoch das Motiv in einfacher, aber immer schwächer werdender Intensität fortgeführt wird. Zwischenzeitlich hört man sogar aus der Ferne sehr deutlich so etwas wie Martinshörner. Auch werden zu Beginn elektronisch verzerrte Wortfetzen hörbar, die ich aber nicht entziffern konnte. Jedenfalls eine frappierende Vorwegnahme des tragischen Tauchunfalls Esbjörn Svenssons. Im IV. Teil der Suite (Ad Infinitum) dann doch Hoffnung: Das versterbende Motiv geht allmählich in das zarte Geläut einer blechernden Kirchenglocke (Dorfkirche) über, das allmählich klarer wird, um am Ende von einem aus der Unendlichkeit zu kommen scheinenden strahlenden und hellen Hintergrundsound aufgenommen zu werden (dieses Glockenmotiv klingt bereits im Abspann der Vorgänger-CD Viaticum an).
Viele Jazz-Musiker sind bekant für ihre tiefe Spiritualität, die sie in ihre Musik hineinlegen (man denke nur an den Meister John Coltrane). Auch das E.S.T.-Trio bekennt sich mit dieser CD zu dieser Grundhaltung einer Hoffnung über den materiellen Tod hinaus. Alles erscheint als Kreislauf von Sterben und Wiedergeburt, eben wie bei einem Leukozyten.


No Regrets

No Regrets

Jaja, so ein bisschen nostalgisch wird man ja, wenn man an die gute alte Zeit denkt, als Stücke wie Streetlive zum Hit wurden.
Heute würde dieser Song, wegen "Überlänge" gar keinen sendeplatz im Radio mehr finden.
Trotzdem oder gerade deshalb ist es schön, das wir jetzt doch noch mehr von dem congenialen Duo Sample/Crawford zu hören bekommen.
Es scheint sich zu bewähren, wenn zwei gut zusammenarbeiten, wie ehemals Lennon/McCartney, aber auch Bands wie Rosenstolz, oder Tok Tok Tok hört man meines Erachtens die Persönlichkeiten an, die die Bands durch ihre Kompositionen und auch Texte prägen.


Jazz For Lovers (Jazz Club)

Jazz For Lovers (Jazz Club)

Nein, ehrlich! Macht ne 1 davor und das Album ist sein Geld immer noch wert.
Keine Aussetzer, ausnahmslos klasse Songs, toll abgemischt. Da macht es auch nichts das einige Stücke aus den 50er Jahren naturbedingt nur in Mono vorliegen. Ganz im Gegenteil, die haben weit mehr Tiefgang als der heute teilweise übliche Einheitsbrei. Ich für meinen Teil bin begeistert.

Wirklich eine Kaufempfehlung und zwar uneingeschränkt!

Gruß, Lieve-Jong



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